PDF: Pressemitteilung (13.01.2026)
Forderung der Initiative „Neue Mülheimer Brücke“
Die Bürgerinitiative „Neue Mülheimer Brücke“ fordert die Beibehaltung der einspurigen MIV-Verkehrsführung auf der Mülheimer Brücke nach deren Sanierung.
Mitglieder der Initiative sind zurzeit Menschen aus verschiedenen Verbänden wie VCD, ADFC, GRÜNE und Stadtteilinitiativen wie z. B. Buchforst mobil, Nachbarschaft Köln-Mülheim‑Nord, Frische Luft Mülheim und Radschnellverbindung GL‑K sowie Einzelpersonen.
Köln, 13.01.2026
Anlässlich der Veröffentlichungen in der Presse zu dem Thema Verkehrsführung Mülheimer Brücke nach der Sanierung nehmen wir Stellung.
Wir weisen die Behauptung von CDU, ADAC, Handwerkskammer, IHK und HGK zurück, die unisono verbreiten, dass eine neue Verkehrsführung auf der Brücke zu Chaos führen würde.
Die „neue“ Verkehrsführung, also die Einspurigkeit, ist seit ein paar Jahren erprobt. Von Chaos keine Spur. Der Verkehr in den Hauptzeiten fließt sogar besser als vorher.
Die seit ein paar Jahren durch die Brückensanierung „erzwungene“ Verkehrsreduzierung hat zu einer Verringerung der Belastung hinsichtlich von Lärm und Feinstaub des Zentrums von Mülheim geführt. Sieht man sich die aktuell gemessenen Belastungswerte an, so werden ab 2030 (in 4 Jahren!!!) die neuen, gültigen Grenzwerte so gerade erreicht.
Bei einer Verkehrsführung wie vor der Brückensanierung wird es wegen erheblicher Überschreitungen der zulässigen Umweltbelastung unweigerlich zu Fahrverboten kommen. Das scheint aber den oben genannten Institutionen vollkommen egal zu sein. Vor der eigenen Haustüre würden sie sich laut wehren, in Mülheim kann man es ja machen.
Die Behauptung, dass wegen Sanierung von Zoo- und Deutzerbrücke die Mülheimer Brücke gebraucht würde, ist Quatsch. Die Verkehrsströme über Zoo- und Deutzerbrücke haben mit denen in Mülheim nichts zu tun. Aber wir sind ja offen: Sollte sich tatsächlich anlässlich der Sanierung der Zoobrücke herausstellen, dass die 4‑Spurigkeit der Mülheimer Brücke eine Zeit lang benötigt wird, dann wird das in dieser Zeit möglich sein.
Unsäglich ist ebenfalls das Ansinnen, kein Geld für die Untersuchung bereit stellen zu wollen. Hat man Angst, dass die wissenschaftliche Untersuchung ein für Mülheim und den Fuß‑ und Radverkehr gutes Ergebnis haben könnte?
Die Initiative „Neue Mülheimer Brücke“ begrüßt ausdrücklich die Absicht des Verkehrsdezernats, den Verkehr über die Brücke in Zukunft nur noch einspurig zu führen und den Straßenraum anders aufzuteilen. Eine (ggf. überbreite) MIV‑Spur neben einer ausreichend breiten Radspur ist, wie seit Jahren Realität, für den MIV ausreichend.
Die Zahl der Radpendler auf der Brücke wird sich durch den Anschluss des linksrheinischen Radschnellwegs Richtung Nippes/Riehl/Ehrenfeld und der rechtsrheinischen Radpendlerrouten Bergisch Gladbach und Leverkusen am Wiener Platz in Zukunft noch weit über die heute schon 6000 erhöhen.
Ein LKW‑Fahrverbot für LKW über 7,5 t ist nach der bereits erfolgten Teilfreigabe bzw. Fertigstellung der Leverkusener Autobahnbrücke ebenso notwendig wie die Beibehaltung des Linksabbiegerverbots aus Richtung Süden auf die Brücke am Wiener Platz.
Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) hat in einem Gerichtsverfahren erstritten, dass die Stadt Maßnahmen ergreifen muss, um die Umweltbelastung auf dem Clevischen Ring zu verringern. Dazu ist die Stadt auch in Zukunft verpflichtet und das geht nur ohne große LKW auf dem Clevischen Ring.
Des Weiteren wird im Bereich des Wiener Platzes auch eine Neuaufteilung des Straßenraums notwendig sein, die die Verkehrsplanung aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts an die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer anpasst.
Unterzeichnet:
Günter Hermkes (Sprecher)
Marc Schneiders, Engelbert Becker (Stellvertreter)
Kontakt: 0177‑6254308, guenter.hermkes@gmail.com