PDF: Pressemitteilung (23.01.2026)
Wir setzen uns für eine Umweltbrücke ein
- Genug Platz für alle
- Saubere Luft in Mülheim und Nippes
- Mehr Sicherheit für Fuß- und Radverkehr
Köln-Mülheim, 23.01.2026
Anlässlich der Veröffentlichungen in der Presse zu dem Thema Verkehrsführung Mülheimer Brücke nach der Sanierung nehmen wir Stellung:
Wir weisen die Behauptung von CDU, ADAC, Handwerkskammer, IHK und HGK zurück, die unisono verbreiten, dass eine neue Verkehrsführung auf der Brücke zu Chaos führen würde. Diese gebetsmühlenhafte Behauptung ist ideologisch und bar jeder Kenntnis der aktuellen Situation.
Die „neue“ Verkehrsführung, also die Einspurigkeit, ist seit ein paar Jahren „erprobt“. Von Chaos ist heute nichts zu sehen. Der Verkehr in den Hauptzeiten fließt sogar besser als vorher.
Von einer Fahrradbrücke zu reden, ist ebenfalls ideologisch: Auch bei Einspurigkeit fahren Autos und Straßenbahn.
Die seit ein paar Jahren durch die Brückensanierung „erzwungene“ Verkehrsreduzierung hat zu einer Verringerung der Belastung hinsichtlich von Lärm und Feinstaub des Zentrums von Mülheim geführt. Sieht man sich die aktuell gemessenen Belastungswerte (https://aqicn.org/city/germany/nrw/koln-clevischer-ring/de/) an, so werden ab 2030 (in 4 Jahren!!!) die dann neuen, gültigen Grenzwerte so gerade erreicht.
Da hat sich der SPD-Bürgermeister Burmester augenscheinlich noch nicht schlau gemacht: Bei einer Verkehrsführung wie vor der Brückensanierung wird es wegen erheblicher Überschreitung der zulässigen Umweltbelastung auf dem Clevischen Ring unweigerlich zu Fahrverboten kommen. Es stellt sich auch die Frage, ob die Stadtspitze die Verkehrsprobleme auf dem Rücken der Mülheimer Bürger austragen will.
Je mehr Menschen das Rad benutzen, desto weniger Autoverkehr gibt es. Durch Mülheim (und übrigens auch über den Neumarkt) fließt viel Abkürzungsverkehr, d.h. viele Fahrer benutzen die städtischen Straßen, um die Autobahn zu vermeiden. In diesen Richtungen sollten die obengenannten Institutionen und MIV-Befürworter bestimmter Parteien argumentieren. All das würde denjenigen Nutzern helfen, die auf ein Auto als Transportmittel angewiesen sind.
Die Behauptung, dass wegen Sanierung von Zoo- und Deutzer Brücke die Mülheimer Brücke gebraucht würde, ist Unsinn. Die Verkehrsströme über Zoo-, Deutzer- oder Severinsbrücke haben mit denen in Mülheim nichts zu tun.
Aber wir sind ja offen: Sollte sich tatsächlich anlässlich der Sanierung einer anderen Brücke herausstellen, dass die 4-Spurigkeit der Mülheimer Brücke eine Zeit lang benötigt wird, dann wird das in dieser Zeit aus unserer Sicht möglich sein.
Wir gehen davon aus, dass in naher Zukunft Anwohner des Clevischen/Bergischen Rings, analog zu denen der Luxemburger Str., auf lärmreduzierende Maßnahmen klagen werden.
Unterzeichnet:
G. Hermkes, E. Becker, M. Schneiders (Sprecher der Initiative NeueMülheimer Brücke)